Vollstationäre Wohngruppen


Unsere beiden Wohngruppen befinden sich in Leimen in zwei nebeneinanderliegenden Gruppenhäusern mit einer großzügigen räumlichen Ausstattung. Die Kinder und Jugendlichen wohnen in Einzelzimmern und werden in jeder Wohngruppe von fünf sozialpädagogischen Fachkräften rund um die Uhr betreut.

Die Hilfe zur Erziehung erfolgt nach § 27 i.Vm. § 34, § 35a und § 41 SGB VIII.

Wir nehmen Jungen im Alter ab ca. 10 Jahren mit Auffälligkeiten im emotionalen, sozialen und schulischen Leistungsbereich als Folge von belastenden familiären Bedingungen und anderen Ursachen auf.

Die Kinder/Jugendlichen besuchen öffentliche Schulen oder absolvieren bereits eine Berufsausbildung. Alle Schularten (Förderschule, Grundschule, Werkrealschule, Gemeinschaftsschule, Realschule, Gymnasien und weiterführende Schulen) sind von unserer Einrichtung aus gut und schnell zu erreichen.
An fast allen Schulen, die die Kinder und Jugendlichen besuchen, ist ein/e Schulsozialarbeiter/in vom Friedrichstift vor Ort.

Ziele unserer Arbeit

Das Kind/der Jugendliche soll bei uns emotionale und soziale Sicherheit erfahren, um darüber mehr emotionale und soziale Stabilität zu erreichen, sich an Wertmaßstäben orientieren lernen und insgesamt zu einer größeren Ich-Stärke finden.

Am Ende unseres gemeinsamen Weges kann die Rückkehr in die Herkunftsfamilie, die Erziehung in einer anderen Familie (z.B. Pflegefamilie) oder der Beginn eines selbständigen, selbstverantwortlichen und selbstbestimmten Lebens stehen.

Arbeitsweisen und -methoden

Die Betreuung in den Wohngruppen findet in einem pädagogischen Umfeld statt, das sich durch Fordern und Fördern, durch das Setzen von Grenzen, also eine fortwährende erzieherische Auseinandersetzung mit den Kindern/Jugendlichen und jungen Erwachsenen auszeichnet.

Vornehmliches Ziel ist der Aufbau von persönlichen, tragfähigen Beziehungen. Die Alltagsgestaltung besteht dabei in der Einübung von Alltags- und Zeitstrukturen, wobei folgende pädagogische Ziele angestrebt werden.

  • Soziales Verhalten lernen
  • Selbständigkeit fördern
  • Ausbildung von Wertmaßstäben
  • Schulische Förderung entsprechend den individuellen Fähigkeiten
  • Persönlichkeitsfördernde Freizeitgestaltung

Die Beteiligungsrechte der Kinder/Jugendlichen werden durch regelmäßige Gruppensitzungen und ein implementiertes Beschwerdeverfahren gewährleistet.

Beratend nehmen wir in Fragen der diagnostischen Abklärung die Dienste der Ambulanz der Kinder- und Jugendpsychiatrie der Universität Heidelberg in Anspruch und/oder einer mit uns zusammenarbeitenden Kinder- und Jugendpsychiaterin.

Die Grundlage unserer Arbeit stellt die Lebensgemeinschaft in den Wohngruppen dar. Hier wird das Kind/der Jugendliche in seiner Einzigartigkeit aufgenommen und integriert. Der Aufbau von persönlichen, tragfähigen Beziehungen ist das vornehmliche Ziel. Die Kinder/Jugendlichen sollen eine zeitliche Strukturierung des Tages erfahren und werden zur Erledigung alltäglicher Dinge wie u.a. Vor- und Zubereitung des Essens, Reinigung der Wohnung, Wäsche waschen hingeführt.

Durch intensive Förderung der Kinder/Jugendlichen bei der Bewältigung schulischer Anforderungen (regelmäßige Lernzeit) und enge Zusammenarbeit mit den Schulen (an sämtlichen Kooperationsschulen sind Schulsozialarbeiter des Friedrichstifts tätig) soll erreicht werden, dass es auch durch Erfolge im Leistungsbereich zu einer Stärkung des Selbstwertgefühls kommt.

Einen weiteren Schwerpunkt unseres Vorgehens sehen wir, wenn möglich, in der Zusammenarbeit mit den Eltern. Neben der Kontaktpflege finden Familiengespräche statt mit sozialpädagogischer und/oder therapeutischer Zielsetzung. Ein Fachdienst für eine qualifizierte Familien- und Elternarbeit mit therapeutischer Zielsetzung steht zur Verfügung, in dessen Kontext, neben anderem, folgende Themenschwerpunkte bearbeitet werden können:

  1. Verarbeitung frühkindlicher Konflikt- und Problemlagen
  2. Veränderung der Familiendynamik im Hinblick auf das Symptomverhalten des Kindes/Jugendlichen
  3. Begleitung des Ablöseprozesses des Kindes/Jugendlichen hin zu einer eigenständigen Lebensbewältigung

Sofern aus der Verhaltens- und/oder Erlebensproblematik eine therapeutische Begleitung notwendig erscheint, ist diese durch niedergelassene Therapeuten, mit denen wir zusammenarbeiten, möglich.

Ein weiterer wichtiger Teil unserer Arbeit ist die Freizeitpädagogik. Hier versuchen wir, die Kinder und Jugendlichen zu einer sinnvollen aktiven Freizeitgestaltung zu motivieren (vielfältige Sportangebote finden sich im nahen räumlichen Umfeld unseres Stammhauses, eigenständige Freizeitangebote durch die Gruppenbetreuer, regelmäßige Sommerfreizeiten).

Qualitätssicherung und Qualitätsentwicklung

Die in der Qualitätsentwicklungsvereinbarung mit den Jugendämtern des Rhein-Neckar-Kreises und der Stadt Heidelberg festgelegten Qualitätsgrundsätze und Regelungen der für die Zusammenarbeit wesentlichen Schlüsselprozesse gelten für sämtliche Arbeitsfelder des Friedrichstiftes.

Diese beziehen sich auf:

  • die Durchführung des Aufnahme- und Hilfeplanverfahrens sowie die Hilfebeendigung,
  • Regelungen zur Kommunikation, Zusammenarbeit und zum Beschwerdewesen bei Konflikten zwischen Jugendamt und Einrichtung,
  • Regelungen zur Partizipation und zum Beschwerdewesen für die betroffenen Kinder und Jugendlichen,
  • den gemeinsamen Schutzauftrag gemäß § 8a SGB VIII und
  • Regelungen hinsichtlich der Qualifikation und persönlichen Eignung der eingesetzten Fachkräfte gemäß § 72 und § 72a SGB VIII.

Leistungsentgelt

Alle Arbeitsfelder im Überblick